Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sind bekannte Begriffe, auch in der Zahnheilkunde: Primärprävention setzt vor Eintreten einer Erkrankung an und zielt darauf ab, eine Erkrankung von vorneherein zu vermeiden. Sekundärprävention setzt im Frühstadium einer Erkrankung ein mit dem Ziel, eine Progredienz oder eine Chronifizierung zu vermeiden. Tertiärprävention schliesslich findet nach einer Akutbehandlung oder Manifestation einer Erkrankung statt mit dem Ziel Folgeschäden oder Rückfälle zu vermeiden.
Weniger bekannt ist die Quartärprävention: Ziel ist die Verhinderung von unnötiger Medizin und von Übermedikation nach dem Prinzip „primum non nocere“.
Nutzen stiften und Schäden vermeiden – mit den heutigen Möglichkeiten auch in der Zahnmedizin keine Zauberei! Die wichtigsten Massnahmen sind:
Förderung von evidenzbasiertem, patientenzentriertem Handeln (z.B. durch Orientierung an Leitlinien)
Stärkung der Patientenautonomie durch umfassende Aufklärung («sprechende Medizin»)
Fokus auf Lebensqualität statt auf maximale Intervention
Schwerpunkte:
Nutzen und Risiken der wichtigsten Massnahmen in der häuslichen Prophylaxe - vom Zähneputzen bis zum Fluorid
Nutzen und Risiken der wichtigsten Massnahmen in der professionellen Prophylaxe - vom Scaler bis zum Pulver-Wasserstrahlgerät?
Individuelles/ «personalisiertes» Vorgehen - was mache ich bei wem, wann und wie oft?
Prophylaxe unter dem Gesichtspunkt der ethischen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit (Ressourcenschonung, Kostenreduktion…)